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Der Beginn.

Dominika Binek
28. Juli
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 2. Sept.


Als wär das Leben nicht sowieso schon eine absolute Wundertüte aktuell...


41 Stunden Vollzeit Job.

Dazu der Gedanke, dass das Leben doch noch so viel mehr zu bieten hat, als 9-to-5 arbeiten zu müssen, und sich immer nur auf das Wochenende zu freuen.

Warum kommt mit Anfang 40 plötzlich dieser Drang auszubrechen? Woher kommt diese Sehnsucht einfach mal "zu leben" - aber nicht in Deutschland, nicht im Beamtenjob?

Ist das dieser Brain-Fog, der so häufig als Symptom der Wechseljahre beschrieben wird?

Ist das eine Midlife-Krise?

Geht es nur mir so?


Ich habe das Gefühl noch nie eine so gravierende Veränderung durchgemacht zu haben, wie zwischen meinem 40. und meinem 43. Geburtstag.


Mit Anfang 40 fing ich an, mich mit Persönlichkeitsentwicklung zu beschäftigen.

Mit Meditation, mit Yoga & Kraftsport, mit Selbstfürsorge, mit Philosophie (übrigens: der Stoizismus ist meiner Meinung nach eine absolut großartige!).

Im Zuge dessen beendete ich Freundschaften, weil ich realisierte, dass manche Menschen mir nur meine Energie rauben. Und statt zu warten, dass andere sich verändern, fing ich einfach mal an, meine Reaktionen, Denkmuster und Glaubenssätze zu verändern.

Jackpot.

Wie viel einfacher das Leben sein kann, wenn man nicht darauf wartet, dass jede:r meine Erwartungen erfüllt.


Ich lernte, mich selbst an erste Stelle zu stellen - nicht aus Egoismus, sondern aus Notwendigkeit. Nur, wenn ich mich selbst lieben kann, kann ich auch für andere die beste Version meiner Selbst sein. Klingt wie ein Klischee, ist aber reine Tatsache.


Parallel zur Persönlichkeitsentwicklung entwickelte sich mein Wunsch nach mehr Freiheit im Leben. Vier Wochen Thailand-Urlaub im Mai 2026 waren mein allererster Urlaub überhaupt, bei dem ich merkte, dass auch der Geist endlich entspannt und zur Ruhe kommt. Bis dahin brachte Urlaub lediglich meinem Körper Ruhe. War natürlich auch schon großartig, Urlaub ist nun mal immer großartig.


Diesen Zustand der absoluten Zufriedenheit, des Loslassens, des bei-sich-Ankommens möchte ich um ehrlich zu sein nicht nur im Urlaub spüren. Ich möchte das bitte auch in meinem Alltag.


Ich habe Thailand das erste Mal mit Anfang 40 bereist - und ich habe mich direkt in alles dort verliebt.

Es stimmt, wenn Leute sagen: "Reise erst nach Thailand, wenn du alles Andere schon gesehen hast. Denn warst du einmal in Thailand, kommst du immer wieder zurück dort hin."


Nachdem ich schon fast die halbe Welt bereist hatte, flogen mein Lebensgefährte und ich im Dezember 2024 das erste Mal in dieses wunderschöne asiatische Land. Erst nach Bangkok, dann weiter auf die Insel Koh Chang. Tja, was soll ich sagen? Das Thailand Fieber hat uns gepackt und seit diesem einen Urlaub ging es jedes Mal wieder dort hin. Dieses Lebensgefühl dort ist selbst für mich, die Frau der Worte, nahezu unbeschreiblich. Ich versuche dennoch, es hier in Worte zu fassen.

Thailand ist Lebensfreude pur. Es gibt das beste Essen der Welt an jeder Straßenecke für ein paar Euro.

Thailänder lächeln dich an, als würden sie dich kennen - völlig ehrlich und kein bisschen aufgesetzt.

Die Natur fühlt sich an wie ein Filmset: Traumstrände, Regenwald, verschiedene Tierarten, der einzigartige Gesang der heimischen Vögel.

Die buddhistische Kultur und Spiritualität sind überwältigend - wisst ihr eigentlich, wie wunderschön all die Tempel dort live aussehen? Wie gepflegt sie sind? Wie bunt, glitzernd, hell und fröhlich religiöse Orte sein können? Kein einziges Foto kann das einfangen.

Aber genug von Thailand - die Sehnsucht übermannt mich schon wieder. Weiter im Text.


Wir haben also die Persönlichkeitsentwicklung und die große Sehnsucht nach Freiheit.

Als wäre das nicht schon genug, kommt als Sahnehäubchen der sinkende Östrogenspiegel dazu und die Perimenopause ins Spiel.

Die Prämenopause hab ich irgendwie gar nicht mitbekommen.

Die Hitzewallungen, Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen und Gewichtszunahme, die merke ich dafür umso deutlicher.

Ich bin wirklich dankbar, eine Frau zu sein. Aber diese neue weibliche Lebensphase, die kommt dann doch etwas unerwartet. Und um ehrlich zu sein, für mich ist es das erste Mal, dass mich die Hormone völlig aus der Bahn werfen.

Also erstmal ab zum Doc, alle Werte abchecken. "Alles super bei Ihnen, Östrogen sinkt, Sie sind im Übergang von der Prä- in die Perimenopause, etwas früh, aber heutzutage nicht ungewöhnlich."

Ok, großartig, dann ist ja alles klar.

NICHT.

Also erstmal Lektüre zum Thema Wechseljahre besorgen und glaubt mir, das sind nicht gerade die ansprechendsten Buchtitel (don`t judge a book by its cover).

Zum Thema Wechseljahre hatte ich irgendwie nur im Kopf, dass die in den 50ern kommen.

Was alles aber schon mit Anfang 40 durch Hormonschwankungen im Körper einer Frau durcheinander kommen kann, davon hatte ich definitiv überhaupt keine Ahnung.


Östrogen, Progesteron und Testosteron - alles schon mal irgendwo gehört.

Wie wichtig das Hormon Östrogen für uns Frauen ist, dass es den Knochenstoffwechsel reguliert, das Herz-Kreislauf-System schützt, für straffe Haut und gesunde Haare verantwortlich ist, das Gehirn stimuliert und den Cholesterinspiegel reguliert, das habe ich jetzt erst gelernt.

Dass Progesteronmangel zu Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen führen kann - absolutes Neuland.

Wie stark sich der Hormonhaushalt einer Frau mit Anfang 40 verändert und wie heftig sich diese Veränderung auf Körper & Geist auswirken kann, war mir nicht klar. Bis ich mitten drin steckte.


Lange Rede kurzer Sinn: da bin ich also.

43 Jahre jung, mitten im Hormon-Chaos, mitten im Brain-Fog und ich verspüre neben den andauernden Hitzewallungen den unbändigen Wunsch, Deutschland den Rücken zu kehren.

Was also tun?

Verkriechen und hoffen, dass es nur eine Phase ist und sie vorbei geht?

Oder anfangen, die Optionen für eine mögliche Auswanderung und Veränderung des aktuellen Lebens durchzugehen?


Zum Glück sehnt sich mein Partner genau wie ich auch nach diesem ominösen "Mehr".

Mehr Lebensqualität. Mehr Freiheit. Mehr Lebensfreude. Mehr Selbstbestimmtheit. Mehr Loslassen.

Zusammen ist alles etwas einfacher.


Meinen Beamten-Job kann ich in Thailand nicht ausüben.

Einen anderen Remote-Angestellten-Job zu finden, der auch noch mit der Zeit-Verschiebung zwischen Deutschland und Thailand funktioniert? Unwahrscheinlich.

Womit soll ich also zukünftig meinen Lebensunterhalt verdienen?

Viel mehr außer Schreiben oder Quatschen kann ich nicht wirklich leidenschaftlich gut.

Ok, Yoga & meditieren, aber damit Geld verdienen? Dann lieber Worte und Sprache.


Ich mach mich jetzt also einfach mal selbstständig.

Und zwar mit etwas, das ich mit Leidenschaft mache: Copywriting.

Mit Worten arbeiten. Schreiben. Geschichten erzählen.

Arbeit, die Spaß macht.

Denn wenn ich ganz ehrlich bin, ich habe bisher noch nie wirklich gerne in meinem Hauptjob gearbeitet.

Ich denke jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt herauszufinden, wie sich Arbeit anfühlt, wenn man sie tatsächlich gerne macht.


Also, los geht`s.







 
 
 

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